»Mobil im Betrieb – Nachhaltig in die Zukunft« heißt es am 13. Mai in Heidelberg. Im Fokus der Veranstaltung stehen Ergebnisse aus dem Projekt »Eco Fleet Services« – unter anderem eine Mobilitätsanalyse, die im Rahmen des Projekts für die Stadt Heidelberg durchgeführt wurde. Im Vorfeld haben wir mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner über die Bedeutung der Analyse für die Stadt Heidelberg gesprochen.

Herr Würzner, warum ist die betriebliche Mobilität ein drängendes Thema für Ihre Stadt?

Unser Mobilitätsverhalten wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark ändern müssen. Wir werden mit neuen Antrieben unterwegs sein und unsere Fortbewegungsmittel viel mehr teilen als bisher. Das betrifft auch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer – nicht nur auf dem Weg vom und ins Büro, sondern auch auf den Strecken, die sie täglich während der Arbeit zurücklegen. Die betriebliche Mobilität ist zudem auch ganz klar eine ökonomische Frage. Wenn die Fahrzeugflotte die meiste Zeit ungenutzt auf dem Parkplatz steht, ist das kein nachhaltiger Ressourceneinsatz. Da gibt es bessere Lösungen.

Was war die Motivation für die Stadt Heidelberg für die Mobilitätsanalyse?

Die öffentliche Hand sollte bei der umweltfreundlichen Mobilität mit gutem Beispiel vorangehen. Das tun wir hier in Heidelberg bereits, mit der schrittweisen Umstellung auf emissionsfreie Antriebe und dem Ausbau der städtischen Ladeinfrastruktur. Auch die betriebliche Mobilität der Stadtverwaltung wollten wir schon lange untersuchen lassen. Unsere städtische Fahrzeugflotte umfasst 68 Dienstwagen und 103 Diensträder und -pedelecs. Hinzu kommen noch betriebliche Fahrten mit privaten Fahrzeugen. Uns hat interessiert: Welche Strecken legen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Tag zurück, mit welchen Verkehrsmitteln – und wo gibt es Optimierungspotenziale. Dann ist das Fraunhofer Institut IAO mit dem Forschungsprojekt zur Mobilitätsplattform »Eco Fleet Services« auf uns zugekommen. Ein echter Glücksfall! Zu dem Forschungsprojekt haben wir uns gerne bereit erklärt.

Wie sieht Ihr Fazit der Mobilitätsanalyse aus?

Wir haben die Mobilitätsanalyse mit sechs städtischen Ämtern über einen Zeitraum von einem Monat durchgeführt. Die Kolleginnen und Kollegen haben Wegetagebücher geführt und ihre Fahrten mit den Dienstwagen via GPS-Logger festgehalten. Das Ergebnis: Die Autos legen meistens nur kurze Strecken zurück – in 60 Prozent der Fälle weniger als 20 Kilometer pro Tag. Diese Tageswegstrecken wären ohne Probleme mit Elektrofahrzeugen zu schaffen, das Aufladen der Fahrzeuge über Nacht würde ausreichen. Auch das Fahrrad ist eine gute Option: Auf den innerstädtischen Wegen, so ein Ergebnis unserer Mobilitätsanalyse, ist das Fahrrad fast immer genauso schnell oder sogar schneller als das Auto. Es steht dem Dienstwagen also in puncto Flexibilität und Fahrzeit in nichts nach.

Welches Ergebnis hat Sie besonders überrascht?

Überrascht hat mich vor allem die Deutlichkeit der Ergebnisse. Dass unsere Dienstwagen nicht voll ausgelastet sind, hatte ich bereits vermutet. Dass die Auslastungsquote aber unter elf Prozent liegt – unter sieben Prozent sogar, wenn man die Wochenenden miteinrechnet –, das fand ich schon bemerkenswert. Hier gibt es großes Optimierungspotenzial. Auf ein paar Fahrzeuge könnten wir mit Blick auf die Tageswegstrecken sogar ganz verzichten.

Den kompletten Beitrag lesen Sie im IAO-Blog unter https://blog.iao.fraunhofer.de/realitaetstest-in-heidelberg-wie-kommunen-ihre-mobilitaetsressourcen-nachhaltiger-einsetzen-koennen/